LDP zum Swatch-Rückzug von Baselworld:

Basel, 31. Juli 2018

Medienmitteilung

Das Kind nicht mit dem Bade ausschütten

Die Liberal-Demokratische Partei Basel-Stadt bedauert, dass die Swatch Group künftig bei der Baselworld nicht mehr dabei sein will. Die LDP hält aber nichts von voreiligen Schlüssen. Es besteht kein Grund, die Messe Schweiz und die Beteiligung des Kantons daran nun in Frage zu stellen. Hingegen zeigt der Swatch-Abgang, wie wichtig es ist, Wirtschaft und Gewerbe durch bestmögliche Bedingungen zu unterstützen.

Die jüngsten negativen Äusserungen von Konzernchef Hayek stehen in schroffem Gegensatz zu seinen sehr lobenden Worten vor wenigen Monaten. Es ist sicher richtig, dass die Messeverantwortlichen nicht in gleich scharfen Worten auf den Rundumschlag von Herrn Hayek reagieren, die Türe soll nicht zugeschlagen werden. Die LDP hat Vertrauen in den Präsidenten des Verwaltungsrats Ueli Vischer und in Verwaltungsratsmitglied Christoph Brutschin. Vielleicht gelingt es ihnen, den Schaden zu begrenzen.

Die Messe hat unserer Region und dem Land während vieler Jahrzehnte  Milliarden in den Wirtschaftskreislauf geliefert. Die kantonalen Investitionen in die Messe in der Stadt haben sich gelohnt, insbesondere für das Gewerbe und die übrigen Wirtschaftszweige. Die Abkehr vom Modell solcher Messen ist eine Erscheinung unserer Zeit und insbesondere der Digitalisierung. Der direkte Weg vom Hersteller zum Kunden wird heute vermehrt gesucht, darunter leiden nicht nur Marktplätze wie die Baselworld sondern auch unser Detailhandel. In einer solchen Situation ist es nicht zielführend, nach Schuldigen zu suchen.

Auch die Staatsbeteiligung und die Verbundenheit von Verwaltungsratsmitgliedern mit den Kantonen sollten nicht voreilig aufgegeben werden. Messen wie die Muba und andere wären längst verschwunden, wenn im Verwaltungsrat nicht Persönlichkeiten wären, denen die positiven Auswirkungen für beide Basel auch wichtig sind. Es ist der Verwaltungsrat in dieser Zusammensetzung, der über viele Jahre hinweg ein äusserst erfolgreiches Unternehmen mit Rekordgewinnen geführt hat.

Es ist auch falsch und billig, die neue Messehalle als Fehlplanung zu bezeichnen. Es waren Aussteller, auch Herr Hayek und seine Gruppe, die seinerzeit eine Erneuerung der Infrastruktur verlangt haben. Immer wieder ist aus Ausstellerkreisen auf die fehlende Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Messestädten hingewiesen worden. Die alten Hallen genügten den Ansprüchen nicht mehr. Die neue Halle ist auch ausschlaggebend für die Durchführung anderer Grossanlässe, zum Beispiel der Berufsweltmeisterschaft WorldSkills, für deren Durchführung sich Basel bewirbt.

Diese Entwicklung soll uns daran erinnern, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, wirtschaftlich florierende Unternehmen im Kanton zu haben. Lehre für die Politik muss sein, die Wirtschaft und das Gewerbe zu unterstützen durch bestmögliche Bedingungen.