Forum

Mit intelligenten Wohnkonzepten neue Wohnräume schaffen

Beitrag aus dem Wahlforum der Riehener Zeitung. 26.1.2018
www.riehener-zeitung.ch

«10,86 km2 Lebensfreude!» steht auf dem Wahlflyer der Liberal-Demokratischen Partei Riehen-Bettingen. Eigentlich die Beschreibung für ein aktuelles und zukünftiges Problem der Gemeinde Riehen oder gar der ganzen Schweiz. Ohne drastische Massnahmen ist es unmöglich, den zur Verfügung stehenden Platz zu erweitern. Gerade den in der Vergangenheit mehrheitlich sorgfältigen Umgang mit der begrenzten Ressource Wohnraum empfinden viele Riehenerinnen und Riehener als wertvolles Vermächtnis vergangener Generationen. Unsere Natur und Grünflächen, der Dorfcharakter und die hohe Lebensqualität werden oft genannt und machen Riehen zu einem begehrten Wohnort.

Die neuste Bevölkerungsumfrage zeigt es: Die Leute wohnen gerne in Riehen. Die viel genannte hohe Lebensqualität lockt Menschen an, die auch hier wohnen wollen, was den Druck auf den be- stehenden Wohnraum erhöht. Der wachsende Bevölkerungsdruck und das Bedürfnis nach entsprechendem Wohnraum sind auch für Riehen eine grosse Herausforderung. Gleichzeitig findet auch innerhalb der Gemeinde eine Verschiebung der Wohnbedürfnisse statt: Ältere Menschen zieht es häufiger ins Zentrum, wo sie kleinere, altersgerechte Wohneinheiten finden. Junge Familien hingegen suchen Wohnraum für sich und genügend Platz für die wachsende Familie.

Es ist keine Lösung, die Bevölkerungszahl nach oben zu begrenzen, sondern es gilt, mit intelligenten Wohnkonzepten neue Wohnräume zu schaffen. Dazu braucht es vom Staat die nötigen Rahmenbedingungen, sodass private Grundstücksbesitzer sinnvolle, innovative Bau- und Umbauprojekte realisieren können. Die steuerliche Belastung und Abgaben müssen minimiert werden. Die Gemeinde sollte das Land nicht nur ausschliesslich im Baurecht abgeben, sondern an Private mit zukunftsweisenden Entwürfen im Grundeigentum direkt veräussern. Die entsprechenden Fachstellen müssen mit guten Planungsexperten in den Dialog treten, um innovative Konzepte zur Schaffung von nachhaltigem Wohnraum zu erarbeiten.

Andreas Hupfer

Vizepräsident LDP Riehen-Bettingen

 

Die LDP wird sehr genau auf die Finanzen schauen

Der Standard in Riehen ist hoch und führt zur sehr geschätzten Lebensqualität. Zu dieser gehören beispielsweise unser gut ausgebautes ÖV-Angebot, das Ruftaxi sowie die grosszügigen Parks und Grünanlagen. Die staatlichen Aufgaben mit ihren Ausgaben müssen aber immer wieder überdacht und auf ihrer Notwendigkeit hin überprüft werden. Auch neue Projekte sollen in diesem Sinne kritisch hinterfragt werden, denn ein unnötiges Wachstum des Staates muss vermieden werden. Ein ausgeglichener Gemeindehaushalt ist anzustreben.
Die Finanzen sind für die LDP ein zentrales Thema, vor allem der haushälterische Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln. Eine Mehrbelastung der Haushalte kommt für die LDP nicht in Frage, im Gegenteil: Bei der Abstimmung im Einwohnerrat war die Fraktion klar für die beantragte Steuersenkung, sie soll den Mittelstand finanziell entlasten. Das Budget ist gegenüber dem Vorjahr trotz der Steuersenkung und der Kürzungen in den Produktegruppen höher. Ein genaueres Bild der Finanzen lässt sich aber erst im Laufe des Jahres machen, wenn die Steuereinnahmen für die nächste Periode bekannt sind.
Die vom Einwohnerrat beschlossene Entlastung bringt effektive Mindereinnahmen von rund einer Million Franken. Das für 2018 prognostizierte Defizit entsteht somit hauptsächlich durch Mehrkosten und nicht durch die Mindereinnahmen. Mehrkosten kommen unter anderem wegen des neuen Finanzausgleichs mit dem Kanton auf die Gemeinde zu. Es werden beim Asylwesen mit rund 1,7 Millionen Franken und bei der Abgeltung der Zentrumsleistungen mit 0,9 Millionen gerechnet, also total 2,6 Millionen mehr Ausgaben. Diese beiden Positionen wurden durch die Verschiebung des Steuerschlüssels nicht ausgeglichen und müssen von der Gemeinde getragen werden.

Die LDP wird auch 2018 sehr genau auf die Finanzen schauen – sowohl bei den Erträgen als auch bei den Ausgaben – und sich dann im Herbst entscheiden, ob weitere Schritte notwendig sind.

Daniel Hettich

Grossrat, Einwohnerrat, Gemeinderatskandidat LDP Riehen-Bettingen

 

Hat Riehen eine kulturelle Strahlkraft?

Mit rund 20’000 Einwohneren und Einwohnerinnen ist Riehen eigentlich eine Stadt, hat aber dennoch einen dörflichen Charakter beibehalten. Dies spiegelt sich auch in der Kultur wieder, die einerseits vom kommunalen Kulturleben der verschiedenen Vereinsaktivitäten, dem Spielzeug- und Dorfmuseum oder dem Kunstraum Riehen und andererseits von der Fondation Beyeler mit ihrer globalen Leuchtkraft geprägt ist. Die Fondation ist somit für die Gemeinde eine grosse Chance  – wie auch dies bei Basel mit der ART Basel der Fall ist –  weit über ihre Grenzen durch eine Kulturinstitution bekannt zu sein. Die Frage, die sich hierbei stellt ist, inwieweit Riehen davon als Gemeinde und insbesondere auch das Gewerbe davon profitieren kann. Da das Hotelangebot wie auch das Gastronomieangebot in der höheren Leistungsklasse sehr beschränkt ist und für die Besucher wenig bis keine Informationen zum Kulturleben in Riehen vermittelt werden, reisen die meisten Besucher der Fondation wohl nur für den Besuch des Museums selbst nach Riehen. Viele von ihnen werden also kaum wahrnehmen, dass Riehen noch vieles mehr zu bieten hat. Dies müsste zusammen mit der Fondation verbessert werden und auch eine ansprechende Umgebungsgestaltung beinhalten. Der geplante Erweiterungsbau der Fondation bietet eine Chance, sich hierzu Gedanken zu machen.

Heiner Vischer

Grossrat LDP, Einwohnerratskandidat

 

In Basel aktiv einbringen, auch beim Thema Verkehr

Vor wenigen Jahren hat sich die LDP mit Thomas Strahm dafür stark gemacht, dass der ÖV in Riehen Verbesserungen erfährt, wie zum Beispiel, dass die Linie 2 in den Stosszeiten bis Riehen geführt wird. Vor Kurzem hat ein vom LDP Einwohnerrat Daniel Hettich eingebrachter Anzug erreicht, dass der Dorfkern vom Autoverkehr entlastet wird, indem er eine neue Verkehrsführung in das Erlensträsschen angeregt hat, die bereits umgesetzt ist. Aktuell setzt sich die LDP dafür ein, dass auch der Individualverkehr flüssig nach Basel gelangt. Tempo 30 im Grenzacherweg, Tempo 40 am Kohlistieg oder per Ampeln gesteuerte Dosieranlagen mit Dauerrot bei den Einfahrtsstrassen nach Basel sehen wir als künstlich erzeugte Hindernisse ohne vernünftige Begründung. Niemand würde von diesem Massnahmen profitieren, einzig das Gewerbe, die Anwohner und die Umwelt würden Schaden davon tragen. Solche, von Basel im Alleingang getroffenen Massnahmen zeigen uns, dass wir die Interessen Riehens gegenüber Basel noch mehr verstärken und uns noch aktiver einbringen müssen, bevor es wieder soweit ist, dass man sich nur noch wehren kann.

David Schweizer

Präsident LDP Riehen/Bettingen