Zum Inhalt springen

Wohnpolitik

Wohnen stattWarten

Mehr Wohnraum für jedes Budget

In Basel steht nicht einmal jede hundertste Wohnung leer. Wer eine Wohnung sucht, mehr Platz braucht oder etwas Eigenes kaufen möchte, findet kaum etwas. Darum soll in Basel mehr und schneller gebaut werden: mit Bewilligungen, die das Bauen nicht unnötig verzögern, mit Kantonsland, das zeitnah bebaut wird, mit leeren Büros, die zu Wohnungen werden, und mit neuen Quartieren, die den Wohnungsmarkt entlasten, statt ihn zusätzlich unter Druck zu setzen.

Quelle: Leerstandserhebung Basel-Stadt, 1. Juni 2026 (Statistisches Amt, August 2026)

Wohnungsangebot

Für einen Kanton, in dem alle etwas finden

In Kürze

Ob die erste eigene Wohnung, mehr Platz für die Familie oder etwas Kleineres im Alter: In Basel wird die Suche immer schwieriger. Komplexe Vorschriften und lange Verfahren verzögern den Wohnungsbau. Weil das Angebot nicht mitwächst, geraten die Mieten unter Druck. Dabei hilft jede neue Wohnung, denn auch eine teure macht am Ende eine günstigere frei.

Mehr erfahren

Im Juni 2026 stand in Basel nicht einmal jede hundertste Wohnung leer. Vorschriften bremsen den Bau neuer Wohnungen und die Erweiterung bestehender, und die grossen Entwicklungsareale entwickeln sich nur langsam. So bewegt sich zu wenig: Viele bleiben in ihrer Wohnung, auch wenn sie etwas anderes suchen, weil eine freie Wohnung oft deutlich mehr kostet.

Quellen: Leerstandserhebung Basel-Stadt, 1. Juni 2026 (Statistisches Amt, August 2026) · BKB Immobilienkompass 2026 (April 2026)

Neu gebaute Wohnungen sind oft teurer als bestehende. Trotzdem helfen sie allen: Wer in eine neue Wohnung zieht, macht eine ältere frei, und dort zieht wieder jemand nach. Nach wenigen Umzügen kommt diese Kette oft bei Haushalten mit tieferem Einkommen an. Darum muss in Basel Wohnraum jeder Art entstehen: kleine und grosse Wohnungen, zum Mieten und zum Kaufen, einfache und hochwertige, bis hin zu Zimmern und Wohnheimen für Studierende und Lernende. Darum sind Vorschriften, die das Bauen und Erneuern bremsen, kontraproduktiv. Sie machen Wohnraum knapper, und diese Knappheit verteuert Mieten und Kaufpreise weiter.

Zu einem gesunden Wohnungsmarkt gehören aber auch möblierte Wohnungen auf Zeit. Sie dienen Menschen, die für eine neue Stelle nach Basel kommen, nach einer Trennung eine Übergangslösung brauchen oder deren Wohnung gerade umgebaut wird. Wer sie anbietet, soll nicht unter Generalverdacht stehen, denn wer dafür Wohnraum zweckentfremdet, braucht schon heute eine Bewilligung.

Das Potenzial für neuen Wohnraum liegt oft in bestehenden Immobilien: ein ausgebauter Dachstock, ein weiteres Stockwerk, ein Neubau. Dieses Potenzial soll Basel nutzen. Der Kanton soll den Eigentümerinnen und Eigentümern von sich aus zeigen, wie sie auf ihrem Grundstück zusätzlichen Wohnraum schaffen können, und die Bewilligungsverfahren beschleunigen. Hält das Angebot mit dem Wachstum Schritt, lohnt sich ein Umzug wieder, und Wohnen wird erschwinglicher, zur Miete wie im Eigentum.

Bewilligungsverfahren

Weniger Hürden, mehr Wohnraum

In Kürze

Verzögerungen bezahlen am Ende wir alle: Die Kosten landen in der Miete oder, beim Eigentum, im Kaufpreis. Darum braucht es schnellere Bewilligungsverfahren und einen Kanton, der das Bauen fördert. Kleine Vorhaben sollen nur gemeldet werden müssen, und ein Rekurs soll ein Projekt nicht mehr automatisch stoppen. Davon profitieren alle: wer eine Wohnung sucht, wer bauen oder sanieren will, und das Gewerbe, das die Aufträge ausführt.

Mehr erfahren

Ohne verlässliche Verfahren und ohne Rechts- und Planungssicherheit wird in Basel weniger gebaut, umgebaut und saniert. Deshalb soll das Bauinspektorat ein Gesuch schon vor der Publikation technisch prüfen, damit die Bauherrschaft früh weiss, woran sie ist. Und wird die Frist nicht eingehalten, sollen sich die zuständigen Fachstellen proaktiv mit ihr an einen Tisch setzen.

Der Kanton soll Baubewilligungen als Dienstleistung verstehen und das Bauen fördern, statt es zu verwalten. Für Vorhaben, die wenig verändern, soll das Meldeverfahren die Regel sein. Wo es eine Bewilligung braucht, soll das Bauinspektorat in der gesetzlichen Frist entscheiden, die beteiligten Fachstellen effizient koordinieren und seinen Ermessensspielraum nutzen. Ein Zwischenbericht soll die Frist nur unterbrechen, nicht neu starten. So spart, wer baut, Zeit und Aufwand, und das Bauinspektorat gewinnt Kapazität für die grösseren und komplexeren Gesuche.

Wer von einem Bauprojekt direkt betroffen ist, soll sich weiterhin mit Einsprache und Rekurs wehren können. Ein grosser Teil dieser Beschwerden wird zwar abgewiesen, verzögert Projekte aber oft um Jahre, denn heute stoppt jeder Rekurs den Bau von Gesetzes wegen, bis über ihn entschieden ist. Künftig soll ein Projekt nur noch stillstehen, wenn die Person, die rekurriert, das ausdrücklich verlangt und die Baurekurskommission einen überwiegenden Grund dafür anerkennt. Einsprachen, die sich auf allgemeine oder sachfremde Interessen stützen, sollen rasch ausgeschieden werden, und gegen missbräuchliche oder offensichtlich aussichtslose Rechtsmittel braucht es wirksame Mittel. So bleiben die Rechte der Nachbarschaft gewahrt, und neue Wohnungen werden nicht jahrelang blockiert.

An diesen Positionenmitarbeiten

Mitglied werden

Mietzinsregulation

Keine Regeln, die das Gegenteil bewirken

In Kürze

Den Schutz vor missbräuchlichen Mieten gibt es schon, das Anfechten ist kostenlos, und wer sich die Miete nicht leisten kann, kann Mietbeiträge vom Kanton erhalten. Legt der Staat die Mieten darüber hinaus fest, wie in Basel heute schon nach vielen Sanierungen, lohnt es sich oft nicht mehr, zu bauen und energetisch zu erneuern, obwohl genau das Mieten und Nebenkosten senkt. Darauf sind alle angewiesen, die eine Wohnung suchen oder tiefere Nebenkosten wollen, und ebenso der Kanton, wenn er bis 2037 netto null erreichen möchte.

Mehr erfahren

Eine zu hohe Miete kann man heute schon bei der Schlichtungsstelle anfechten, und das kostenlos. Das gilt für die Anfangsmiete wie für jede Erhöhung. Sinkt der Referenzzinssatz, kann man eine Senkung verlangen. Wer sich die Miete trotzdem nicht leisten kann, kann beim Kanton Mietbeiträge beantragen. Diese Hilfe soll gezielt bei denen ankommen, die sie brauchen. Preisgünstige Wohnungen erreichen diese Menschen oft nicht, ein Beitrag an die eigene Miete schon.

Wer eine Immobilie saniert, aufstockt oder neu baut, finanziert das über die Mieten. Ist die Miete gedeckelt, lohnt sich diese Investition oft nicht mehr. Es wird weniger gebaut und erneuert, und das Angebot sinkt, wodurch die Mieten im ganzen Kanton steigen. Mietpreisdeckel machen Wohnungen nicht billiger, sondern seltener.

In Basel legt der Staat die Mieten schon heute fest: Seit Mai 2022 braucht eine Sanierung bei Gebäuden mit vier oder mehr Wohnungen eine Bewilligung, und der Kanton bestimmt, wie stark die Miete danach steigen darf. Damit lohnt sich das Sanieren oft nicht mehr. Laut der Basler Kantonalbank werden Mehrfamilienhäuser seither kaum mehr saniert, ausser bei Genossenschaften, für die diese Regel nicht gilt. Wird eine Wohnung dagegen ohne Sanierung neu vermietet, darf die Miete steigen. Entsprechend findet die Statistik des Kantons auch keine dämpfende Wirkung auf die Mietpreise.

Quellen: § 8a Wohnraumfördergesetz, § 26 Wohnraumschutzverordnung · Basler Kantonalbank und IAZI, Basler Immobilienkompass, April 2026, S. 10 · Statistik Basel-Stadt, Indikatoren Wohnraumschutz (Stand 2. Halbjahr 2024)

Das trifft alle: Wer eine Wohnung sucht, hat weniger Auswahl, und was es gibt, kostet mehr. Wer schon eine Wohnung hat, zahlt weiter dieselben Nebenkosten, weil das Gebäude nicht erneuert wird. Wer jahrelang fair vermietet hat, steht beim Sanieren schlechter da als jene, die die Miete laufend angehoben haben. Fair zu vermieten wird so stark erschwert. Und jede Sanierung, die ausbleibt, fehlt dem Gewerbe als Auftrag und dem Kanton auf dem Weg zu netto null bis 2037.

Quelle: Klimaziel: Volksabstimmung Basel-Stadt vom 27. November 2022

Darum soll, wer eine Wohnung beim Mieterwechsel erneuert und die Miete dabei um höchstens zehn Prozent erhöht, dafür keine Bewilligung brauchen. So lassen sich Wohnungen ohne grossen bürokratischen Aufwand instand halten und erneuern, während der Aufschlag überschaubar bleibt. Das hilft allen, die eine Wohnung suchen, und dem Gewerbe, das die Arbeiten ausführt.

Aktive Bodenpolitik

Kantonsland für alle

In Kürze

Der Kanton soll seinen Boden im Baurecht abgeben und dabei alle Bauträger einbeziehen, damit schneller gebaut wird. So entsteht auf Land, das allen in der Stadt gehört, Wohnraum zum Mieten und zum Kaufen. Wer auf eine geförderte Wohnung hofft, soll niemanden kennen müssen. Und will der Kanton weitere Immobilien erwerben, so soll das transparent und demokratisch über den Grossen Rat abgestützt werden.

Mehr erfahren

Es gilt, den Wohnungsbau auf Kantonsland zu beschleunigen. Den neuen Wohnraum braucht es jetzt. Seit der Bodeninitiative von 2016 sieht das Gesetz vor, dass der Kanton sein Land behält und im Baurecht abgibt. Bauen sollen alle Bauträger, die das können: neben Genossenschaften und Stiftungen auch Pensionskassen und private Bauträger. Der Kanton soll nicht selbst bauen, sondern bauen lassen. Und will er weitere Immobilien erwerben, soll er das offenlegen und dem Grossen Rat zur Genehmigung vorlegen.

Die Baurechte soll der Kanton öffentlich ausschreiben und das Land grundsätzlich zum Marktwert abgeben, für preisgünstige und gemeinnützige ebenso wie für hochwertige Wohnungen. Will er preisgünstige Wohnungen fördern, kann er das Land mit den Instrumenten, die ihm zur Verfügung stehen, günstiger abgeben. Weil alle Steuerzahlenden das mittragen, soll dieser geförderte Wohnraum an Menschen gehen, die ihn brauchen, und nicht an jene, die der Bauträgerschaft nahestehen. Das gilt für jeden geförderten Bauträger, ob Genossenschaft, Stiftung oder private Investoren. Wer ohne Förderung baut, vermietet oder verkauft frei.

Davon profitieren Mietende, weil mehr gebaut wird und die Vergabe transparent ist. Wer gerne Eigentum hätte, findet ein grösseres Angebot. Dafür erhalten die Steuerzahlenden Baurechtszinsen und sehen, was der Kanton fördert. Und wo Mietwohnungen, Genossenschaften und Eigentum Tür an Tür entstehen, wachsen durchmischte Quartiere statt Wohninseln für Gleichgesinnte.

Haben Sieeine Frage?

Frage stellen

Wohneigentum

Etwas Eigenes soll wieder drinliegen

In Kürze

Eigener Wohnraum gibt Sicherheit und erlaubt, nach den eigenen Bedürfnissen zu wohnen. Wer in Basel kaufen kann, bleibt hier und zahlt hier Steuern. Und jeder Kauf setzt eine Umzugskette in Gang: Wer ins Eigene zieht, macht eine Mietwohnung frei, die Nächsten rücken nach, und am Ende wird auch preisgünstiger Wohnraum frei. Darum soll im Sinne der ganzen Bevölkerung schneller gebaut und Eigentum gefördert werden.

Mehr erfahren

Wer in Basel kaufen will, findet kaum ein Haus und kaum Stockwerkeigentum, und das ändert sich erst, wenn mehr gebaut wird. Auch auf dem Land des Kantons soll im Baurecht Wohnraum zum Kaufen entstehen. So profitieren alle Bevölkerungsgruppen vom Kantonsland, und dem Kanton fliessen Baurechtszinsen zu.

Zudem startet, wer kauft, eine sogenannte Umzugskette: Die eigene Mietwohnung wird frei, dort zieht die nächste Partei ein, die wiederum eine Wohnung frei macht. Nach wenigen Schritten erreicht die Kette auch Haushalte mit kleinerem Einkommen. Das ist ein Gewinn für alle: Die Kette macht Wohnungen in allen Preisklassen frei, und Basel behält steuerkräftige Einwohnerinnen und Einwohner, statt sie an andere Kantone zu verlieren.

Quelle: Hauck & Kluser, Universität Bern: «Country-wide effects of new housing supply: Evidence from moving chains», Working Paper

Arealentwicklungen

Für neue Quartiere, die mehr Wohnraum schaffen, als sie brauchen

In Kürze

Basel soll wachsen, mit neuen Arbeitsplätzen und mit den Wohnungen, die es dafür braucht. Auf den grossen Arealen plant der Kanton aber fast so viele Arbeitsplätze wie Bewohner, und weil nicht jeder Mensch arbeitet und neue Stellen weitere nach sich ziehen, ist das knapp bemessen. Es braucht ein Verhältnis, mit dem attraktive Quartiere entstehen und Basel wachsen kann, ohne dass die Mieten in der ganzen Region steigen.

Mehr erfahren

Die grossen Entwicklungsareale sollen die Wohnungsknappheit in Basel lindern. Auf den sieben Arealen in Transformation, darunter das Klybeck, der Dreispitz und der Wolf, rechnet der Kanton bis 2045 aber mit rund 18’000 Einwohnerinnen und Einwohnern und rund 17’000 Arbeitsplätzen. Das ist etwa eine anwohnende Person pro Arbeitsplatz.

Damit entsteht weniger Wohnraum, als die neuen Stellen brauchen, denn nicht jeder Mensch arbeitet. In den Wohnungen leben auch Kinder, Pensionierte und Menschen in anderen Lebenssituationen. Zudem zieht jeder neue Arbeitsplatz weitere nach sich, im Gewerbe, in den Läden, in der Pflege. Fehlen die Wohnungen im neuen Quartier, müssen die Leute ausweichen, in die Quartiere nebenan oder bis in die Agglomeration, was zusätzlichen Pendelverkehr auslöst. So laufen die neuen Areale Gefahr, die ganze Region weiter unter Druck zu setzen.

Die Areale sollen weiterhin Raum für neue Arbeitsplätze bieten. Wirtschaftliches Wachstum setzt aber voraus, dass auch genügend Wohnraum entsteht. Unternehmen finden ihre Fachkräfte leichter, wenn diese in der Nähe wohnen können, und das Gewerbe ist auf Mitarbeitende angewiesen, die schnell vor Ort sind. Deshalb sollen auf den Arealen nach dem Prinzip der 10-Minuten-Nachbarschaft zwei Bewohnerinnen und Bewohner auf einen Arbeitsplatz kommen, rund 10’000 Einwohnende und 5’000 Arbeitsplätze im Umkreis von 500 Metern. So entlasten die neuen Wohnungen den Wohnungsmarkt der ganzen Region, statt gleich von den neuen Stellen aufgebraucht zu werden.

Leere Büroflächen

Umnutzen statt leer stehen lassen

In Kürze

In Basel stehen viele Büros leer. Für bestehende Häuser sollen Regeln gelten, die zu ihnen passen, damit eine Umnutzung nicht an Vorschriften scheitert. Das hat Vorteile für Mietende, Eigentümerschaft und das lokale Gewerbe.

Mehr erfahren

Im Juni 2026 standen in Basel rund 125'000 m² Büroflächen leer, mehr als die Hälfte aller leeren Geschäftsflächen. Bei den Wohnungen lag der Leerstand bei 0,8 Prozent. Wer ein leeres Büro zu Wohnungen umbaut, muss Vorschriften erfüllen, die ein bestehendes Haus oft nur schwer erfüllen kann. Für solche Häuser sollen Regeln gelten, die zu ihnen passen. Wo sich ein Büro nicht für Wohnungen eignet, soll es Platz bieten für junge Firmen oder für Zwischennutzungen: Ateliers und Proberäume, Werkstätten, Pop-up-Läden, Räume für Vereine oder für Studierende. Auch das soll nicht an Vorschriften scheitern.

Quelle: Leerstandserhebung Basel-Stadt, 1. Juni 2026 (Statistische Ämter Basel-Stadt und Basel-Landschaft, August 2026)

Davon profitieren Mietende, weil mitten in der Stadt Wohnungen dazukommen, ohne dass jemand ausziehen muss, und Eigentümerinnen und Eigentümer, die eine leere Fläche wieder nutzen können. Auch das Quartier und das lokale Gewerbe gewinnen: Wo bisher vor allem gearbeitet wurde, sind auch abends Menschen unterwegs, die in der Nähe einkaufen oder essen gehen.