Die LDP-Fraktion des Grossen Rates will nicht länger zuschauen, wie in der Gesundheitspolitik jeder Kanton für sich allein und teilweise sogar gegen den Partnerkanton plant. Mit einer Fraktionsmotion verlangen die Liberalen, eine neue Planung der Gesundheitsversorgung vorzulegen, die mit dem Kanton Basel-Landschaft koordiniert ist. Der Zeitpunkt scheint ideal.
Probleme in der Zusammenarbeit
Seit der Ablehnung der Spitalfusion 2019 funktioniert die Zusammenarbeit der Gesundheitsdirektionen von Stadt und Land nicht gut. In beiden Kantonen wird unabhängig von Bedürfnissen und Gegebenheiten im jeweils anderen Kanton geplant und es finden keine Absprachen statt.
Das Universitätsspital soll durch Zukäufe gestärkt werden, die Erweiterungspläne wurden überarbeitet und redimensioniert. Im Baselbiet soll es eine Strategie mit zwei Standorten Liestal und Bruderholz geben und der dortige Gesundheitsdirektor erklärte, den Patientenstrom ins Universitätsspital verkleinern zu wollen.
Aktuell wird im Nachbarkanton diskutiert, ob tatsächlich Erneuerungs- und Modernisierungskosten von 850 Millionen Franken gesprochen werden sollen, um die beiden Spitäler zu renovieren.
Es sind weder die Befindlichkeiten der beiden Gesundheitsdirektionen noch eine beleidigte Grundstimmung wegen der Ablehnung der Fusion durch das Basler Stimmvolk, die ausschlaggebend sein sollen für eine Spitalplanung für die ca. 500‘000 Einwohnerinnen und Einwohner beider Kantone. Es sind die Bedürfnisse der Bevölkerung in den Vordergrund zu stellen, die einen legitimen Anspruch auf optimale Behandlungsmöglichkeiten hat. Ein solcher ist bei einer Realisierung der heute vorliegenden Pläne fragwürdig. Würde man die Gesundheitsversorgung für beide Kantone heute neu und ohne Rücksichten auf bestehende Institutionen und den Verlauf der Kantonsgrenze planen, entstünde neues Potenzial im Bereich Patientenversorgung und Synergien.
Gelegenheit nutzen
Die Gelegenheit ist deshalb günstig, seitens Basel-Stadt neue Verhandlungen mit dem Partnerkanton aufzunehmen. Die Gesundheitsversorgung muss endlich für die ganze Region geplant werden. Eine enge Zusammenarbeit verbessert die Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten, erhält die hohe Qualität der Versorgung und der Forschung des Universitätsspitals, und kann mithelfen, Kosten im ohnehin angespannten Gesundheitsbereich zu sparen.