Zum Inhalt springen

Medienmitteilung

Projektierungsdebakel des Bau- und Verkehrsdepartements BVD bei der Planung der Hafenbahn-Verlagerung: LDP verlangt Antworten!

18. Mai 2026Basel

Die Verlagerung der Hafenbahn ist unerlässlich, wenn im Gebiet Klybeck- und West-Quai Wohnungen und Grünflächen geschaffen werden sollen. Eine entsprechende Planung hat der Grosse Rat beschlossen. Das zuständige Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) hat nun kommuniziert, dass dieses Projekt ca. 200 Mio. Franken teurer wird und die Umsetzung sich um mindestens fünf Jahre verschieben soll. Die vom BVD für diesen massiven Kostenanstieg angeführten Gründe vermögen nicht zu überzeugen. Die Medienmitteilung des Regierungsrats ist schönfärberisch und wird den negativen Folgen dieses Planungsfehlers nicht gerecht. Es handelt sich um eine gravierende Problemsituation mit negativen Auswirkungen für die Bevölkerung, das ist kein Betriebsunfall, es ist ein politischer Skandal. Das Projektierungsdebakel wirft gravierende Fragen auf – der entstandene Schaden für Steuerzahlende, Wohnbau und Standort ist enorm – das Vertrauen in die Führung des BVD geht verloren.

Keine Entlastung für den Wohnungsmarkt

Dieses Versagen trifft ausgerechnet eines der wichtigsten Entwicklungsprojekte für Basel. Während die Situation auf dem Wohnungsmarkt angespannt ist, blockiert das BVD mit seinem Chaos genau jene Projekte, die neuen Wohnraum ermöglichen würden. Das ist nicht nur unprofessionell, es ist wohnpolitisch brandgefährlich. Der Regierungsrat ist gefordert, dieses Projekt voranzutreiben und auch andere Möglichkeiten zur zeitnahen Schaffung von mehr Wohnungen vorzuschlagen.

Wirtschaftlicher Stillstand und Gefahr für die Versorgungssicherheit

Das Planungsdebakel des BVD betrifft keineswegs nur den Wohnungsbau – es trifft die schweizerische Hafenwirtschaft und die nationale Logistikkette ins Mark. Die Schweizerischen Rheinhäfen sind das Tor zur Welt für den Schweizer Aussenhandel. Die Hafenbahn ist dabei die unverzichtbare Lebensader für den umweltfreundlichen Gütertransport auf der Schiene.

Durch die jahrelange Verzögerung und das planerische Chaos entsteht für die im Hafen ansässigen Unternehmen eine unzumutbare Planungsunsicherheit. Dringend notwendige Investitionen in die Modernisierung der Hafeninfrastruktur werden blockiert, weil die Schienenanbindung auf unabsehbare Zeit in der Luft hängt. Zudem droht durch die Verzögerung ein logistischer Flaschenhals, der im schlimmsten Fall zu einer Rückverlagerung von Gütertransporten auf die ohnehin überlasteten Strassen führt. Das BVD gefährdet mit seiner handwerklichen Schwäche somit nicht nur bezahlbaren Wohnraum, sondern die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Versorgungssicherheit unseres Landes.

LDP fordert Aufklärung

Die Liberal-Demokratische Partei Basel-Stadt (LDP) fordert eine lückenlose Aufklärung der erneuten Fehlleistung des Bau- und Verkehrsdepartements. Die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass ein Projekt statt der veranschlagten 275 Mio. Franken plötzlich 475 Mio. Franken kosten soll, muss dringend geklärt werden. Der Grosse Rat und die Steuerzahlenden haben Anspruch auf sorgfältige und zuverlässige Planungen, nicht nur bei Grossprojekten. Diesem Anspruch genügt das BVD einmal mehr nicht. LDP-Grossrätin Nicole Strahm-Lavanchy verlangt mit einer Interpellation eine Stellungnahme des Regierungsrats zu diesem Debakel des BVD.

Chronische Planungsfehler im BVD – Zweifel am Fachwissen des Departements

Es stellt sich einmal mehr die Frage, ob die Zuständigen beim BVD fähig sind, grössere Projekte in der erforderlichen Präzision und Qualität zu bearbeiten, denn schon bei anderen Grossprojekten waren mindestens die Kostenschätzungen falsch. LDP-Grossrat Alex Ebi hat bereits im Jahr 2024 mit einem Vorstoss Auskunft über das erforderliche Fachwissen im BVD zur erfolgreichen Bearbeitung von Grossprojekten verlangt, nachdem dort mehrfach Kosten- wie Terminüberschreitungen vorgekommen sind. Für die LDP ist klar: Hier liegt ein strukturelles Führungsproblem vor. Offensichtlich fehlt es dem BVD an der Fähigkeit, komplexe Grossprojekte zu beherrschen, oder aber am Willen, aus früheren Fehlschlägen zu lernen, beides ist inakzeptabel.

Zusammenlegung von Dienststellen prüfen

Unklar ist auch, wie die zwei Dienststellen «Kantons- und Stadtentwicklung» im Präsidialdepartement und «Städtebau und Architektur» im Bau- und Verkehrsdepartement, die beide personell gut dotiert sind, in diesem Projekt und generell zusammenarbeiten, und ob eine Zusammenlegung nicht tauglich wäre, den Fokus zu schärfen und erst noch Ressourcen zu sparen.

Aufarbeitung durch Geschäftsprüfungskommission notwendig

Die LDP erwartet eine lückenlose Aufarbeitung dieses Debakels durch die Geschäftsprüfungskommission und evtl. auch die Finanzkontrolle und die Finanzkommission. Es muss auch geprüft werden, ob diese und ähnliche weitere Grossprojekte von Externen bearbeitet werden müssen, damit der Grosse Rat zeitgerecht über die notwendigen Entscheid-Grundlagen verfügen kann.

Neueste Medienmitteilungen

Alle Medienmitteilungen
  • Medienmitteilung

    LDP fordert: SP muss sich von JUSO-Forderungen und Gewaltaufrufen distanzieren

    31. August 2026

    Die JUSO verlangte Straffreiheit für die Teilnehmenden der unbewilligten Demonstration «Death to Zionism» und den Rücktritt von Regierungsrätin Stephanie Eymann. Die LDP fordert von der SP eine unmissverständliche Distanzierung von Gewaltaufrufen und von der Haltung ihrer Jungpartei.

  • Medienmitteilung

    LDP zur angekündigten Demonstration „Death to Zionism“

    26. August 2026

    Die LDP begrüsst den Entscheid der Kantonspolizei, die für den 29. August 2026 angekündigte Demonstration «Death to Zionism» als nicht bewilligungsfähig zu beurteilen. Wer zu Gewalt aufruft, missbraucht nach Ansicht der Partei das Grundrecht der freien Meinungsäusserung.

  • Medienmitteilung

    Parolenfassung für die Abstimmungen vom 27. September 2026: LDP sagt viermal Nein

    19. August 2026

    Die Parteiversammlung vom 19. August 2026 hat die Parolen für den 27. September gefasst und lehnt alle vier zur Abstimmung stehenden Volksinitiativen einstimmig ab. Für die Ersatzwahl ins Präsidium des Appellationsgerichts unterstützt die LDP den Mitte-Kandidaten Alberto Fabbri.